Infektiosität: Drastische Wirkung der Impfung

In einer soeben veröffentlichten Arbeit im New England Journal of Medicine konnte das University of Texas Southwest Medical Center UTSW) eine erhebliche Schutzwirkung für die eigenen front end-Angestellten beobachten, also solcher Personen, die direkt in der Krankenversorgung arbeiten und mit potentiell infektiösen Patienten Kontakt haben. Diese Arbeit ist deshalb von Bedeutung, weil sie anders als die „klassischen“ Impfstudien nicht auf den Endpunkt „Erkrankung“ ausgerichtet ist, sondern nach der Infektiosität schaut, also dem Schutz vor Ansteckung.

Bei ein- bzw. zweimaliger Impfung mit den m-RNA-Impfstoffen Biontech/Pfizer und Moderna war im 6wöchigen Beobachtungszeitraum eine SARS-2-Infektion zu beobachten bei

  • 234/8969 ungeimpften Angestellten (2,61%),
  • 112/6144 einmal geimpften Angestellten (1,82%) und
  • 4/8121 zweimal geimpften Angestellten (0,05%).

Diese Studie ist deshalb von Bedeutung, weil sie im professionellen Bereich durchgeführt wurde und daher auch in der Diskussion in Deutschland um die Einschätzung des Impfstatus von Mitarbeitern in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen Berücksichtigung finden sollte. Allerdings ist die Studie relativ klein, dafür aber in einem gut definierten, eng begrenzten Setting durchgeführt worden, was ihre Aussagekraft wiederum erhöht.

Daniel, W., Nivet, M., Warner, J., Podolsky, D.K.: Early Evidence of the Effect of SARS-CoV-2 Vaccine at One Medical Center. N. Engl. J. Med. 23.3.2021, DOI: 10.1056/NEJMc210