„3. Welle“ geht auf Zunahme Testhäufigkeit <20Jahre zurück

Die neuesten RKI Zahlen (Bericht vom 16.3.2021) machen es wahrscheinlich, dass die sog. „3. Welle“ auf eine Zunahme der Testhäufigkeit bei unter 20jährigen zu erklären ist.

Zunächst zeigt die RKI-Darstellung vom 16.3.2021, dass die Melderaten der Alterskohorten deutlich abnehmen, allerdings zeigen die jungen Alterskohorten einen leichten Anstieg (Folie 12). Eine Melderate ist wegen der methodischen Probleme dieses sog. „Inzidenzwertes“ nur zusammen mit der Testhäufigkeit und der Testpositivitätsrate zu werten, so wie es im notification index (NI) vorgeschlagen wird. (Zur Darstellung des NI s. Thesenpapier 6, Kap. 2.5, eine praktische Anwendung des NI und nachfolgende Argumentation ist in den Folien zum Vortrag vor der Ärztekammer Westfalen-Lippe vom 20.3.21, s. Folie 12-15 nachlesbar).

Die Testhäufigkeit in absoluten Zahlen steigt in den jungen Alterskohorten seit einigen Wochen an (s. Folie 13). Noch stärker wird der Anstieg der Testhäufigkeit sichtbar, wenn man sich die relative Häufigkeit der durchgeführten Test auf 100.000 Personen der jeweiligen Alterskohorte ansieht (s. Folie 14).

Wenn allerdings eine zunehmende Testhäufigkeit von einer Zunahme der Testpostivitätsrate, also dem Prozentsatz der positiven PCR-Befunde auf 100 durchgeführte Teste, begleitet werden würde, dann müsste man von einem wahrscheinlich validen Anstieg der Melderaten ausgehen. Dies ist aber nicht der Fall, sondern die Testpositivitätsrate nimmt sogar leicht ab (s. Folie 15).

Zusammenfassend kann der aktuelle leichte Anstieg der Melderate

  • 1. auf einen Anstieg der Melderate bei den Unter20jährigen zurückgeführt werden, und
  • 2. ist es sehr wahrscheinlich, dass diesem Anstieg eine Zunahme der Testhäufigkeit zugrundeliegt.