Durch die Osterfeiertage ändert sich das Test- und Meldeverfahren. Ähnlich wie über Weihnachten zeigt sich deutlich, wie sehr die Melderate („Inzidenz“) von der Testfrequenz und der Teststrategie abhängt. Es ist bemerkenswert, dass dieser Zusammenhang im Allgemeinen nicht problematisiert wird, nur in der gegenwärtigen Situation, wo sich eine Verbesserung abzeichnet, wird von offizieller Seite darauf Bezug genommen.
Die Aktualisierung der letzten Auswertung vom 30.3.21 ist hier als pdf downzuloaden.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:
- Die Melderate (sog. „Inzidenz“) der täglich neu gemeldeten Infektionen stieg vorübergehend an und fällt gegenwärtig wieder ab. Der vorübergehende Anstieg war in der Laborbasierten Surveillance des RKI nur sehr gering ausgeprägt (s. Abb. 5) und imponiert in erster Linie in den täglich gemeldeten Infektionszahlen (s. Abb. 1).
- Die Erhöhung der Testfrequenz geht der Melderate deutlich voraus (s. Abb. 2).
- Maßgeblich für die Erhöhung der Melderate ist die zusätzlich auftretende Erhöhung der Testpositivitätsrate. Der Zusammenhang wird durch den notification index NI gut abgebildet (s. Abb. 2).
- Der Altersdurchschnitt nimmt ab, die relative Häufigkeit der gemeldeten Infektion bei Männern nimmt zu (Gleichstand der Geschlechter) (s. Abb. 4).
- Der geringe, vorübergehende Anstieg der Melderate (s. Abb. 5) ging in erster Linie auf die Erhöhung der Melderaten in den jüngeren Alterskohorten zurück (s. Abb. 6 (>50 Jahre) und Abb. 7 (<50 Jahre)).
- Die Testfrequenz nimmt vor allen in den jüngeren Alterskohorten deutlich zu (Absolutwerte s. Abb. 8), vor allem wenn man sie auf 100.000 Personen (Bevölkerung) bezieht (Relativwerte Abb. 9). Aktuell ist eine Abnahme zu verzeichnen.
- Die Positivitätsrate in den jüngeren Alterskohorten steigt nur wenig an, so dass man vor allem die Testfrequenz zur Erklärung der Erhöhung der Melderate heranziehen muss (Abb. 10).
- Durchschnittsalter, Hospitalisierungsrate und Letalität verlaufen in etwa parallel. Die „Mortalität hospitalisierter Patienten“ (artifizieller Wert) weist während der „2. Welle“ einen Gipfel auf, der darauf hinweist, dass im Vergleich zur Zahl der Hospitalisierungen eine hohe Sterblichkeit an anderer Stelle vorliegen muss (s. Abb. 11).
- Die vom RKI berichtete Erhöhung der Hospitalisierungen in den Alterskohorten 35-59 und 60-79 Jahre ist nicht von einer Erhöhung des relativen Hospitalisierungsrisikos pro 100.000 Personen in der Kohorte begleitet. Die oft geäußerte Ansicht, es läge eine Zunahme der hospitalisierten Patienten dieser Altersgruppen vor, kann nicht als erhöhtes Risiko der Hospitalisierung gewertet werden, sondern entspricht einer absoluten Zunahme der Fälle z.B. durch vermehrte Testung (s. Abb. 12 und 13).
- Für die demographischen Daten und die Daten zu Komorbidität und anderen Risikofaktoren bei Intensivpflichtigkeit liegen keine Daten vor. Es ist den zuständigen Stellen bislang nicht gelungen, eine Vollerfassung oder repräsentative Stichprobe für diese entscheidende Fragestellung aufzubauen.
- Die Sterblichkeit konzentriert sich weiterhin auf die Alterskohorten über 60 Jahre und steigt kumulativ weiter an (Abb. 14). Der steile Anstieg der wöchentlich neu gemeldeten Todesfälle, der über den Jahreswechsel zu beobachten war, flacht sich ab (Abb. 15), in der relativen Sterblichkeit ist sogar eine minimaler Rückgang zu erahnen (Abb. 16).
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