Für die monatelang geltende Melderate von 50/100.000 wurde immer wieder die Begründung angeführt, dass es oberhalb dieser Grenze den Gesundheitsämtern nicht möglich sei, eine zufriedenstellende Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Eine Analyse des IGES-institutes zeigt jedoch für die KW1-8/2021, dass ein solcher Zusammenhang nicht nur nicht besteht, sondern dass es zu Beginn des laufenden Jahres bei abnehmender Melderate sogar zu einer stetigen Abnahme (!) der durch Kontaktnachverfolgung aufgeklärten Fälle von 24% (KW1) auf zuletzt 10% (KW7) und 8% (KW8) gekommen ist. Dieser Befund lässt einen weiteren Begründungszusammenhang für die verwendeten Grenzwerte fragwürdig erscheinen.
Weitere Befunde der Analyse betreffen die Reliabilität der vom RKI berichteten Sterbefälle und z.B. die sehr wichtige Frage der regionalen Differenzierung, die allgemeingültige Anordnungen relativieren und als Aufforderung an eine zugehende, praktische Epidemiologie „vor Ort“ zu verstehen sind.
Hier kann man den Pandemie Monitor des IGES downloaden: